Verurteilung im Mordfall Tsintan: Folter und Fahrlässigkeit in Zentralgefängnissen

Das Ständige Strafgericht Nikosia verurteilte alle fünf Angeklagten im Fall des vorsätzlichen Mordes an dem 41-jährigen türkisch-zyprischen Häftling Tansu Tsintan, der sich im Oktober 2022 in den Zentralgefängnissen ereignete.
Veizi Bandur, kurdischer Herkunft, wurde wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt, während die Gefängniswärter Georgios Kyriakidis und Savvas Christou wegen fahrlässiger Tötung aufgrund von Fahrlässigkeit für schuldig befunden wurden.
Der dritte Gefängniswärter, Stelios Georgiou, wurde wegen fahrlässiger Tötung und Pflichtverletzung verurteilt. Der Häftling Reza Mohammadan wurde wegen Besitzes und Lieferung von Methamphetamin verurteilt.
Das Urteil hob den Mangel an Kontrolle in den Gefängnissen hervor, mit Berichten über unkontrollierten Drogenkonsum und unzureichende Aufsicht durch die Gefängniswärter. Bandur soll innerhalb des Gefängnisses als Drogenhändler agiert haben.
Laut Zeugenaussagen erlitt Tsintan zwei Tage lang Folter durch Bandur, der ihn mit Besenstielen und Eisenstangen schlug. Trotz der Bitten des Opfers wurde die Folter bis zu seinem Tod fortgesetzt.
Die drei Gefängniswärter wurden bis zur Urteilsverkündung in Untersuchungshaft genommen. Die Anhörung zur Strafmilderung ist für den 13. August geplant.
Der Rechtsdienst bezeichnete den Fall als beispiellos, da sich die Ereignisse innerhalb der Gefängnisse ereigneten und die Fahrlässigkeit der Gefängniswärter betrafen.