Ehemaliger Anwalt in Zypern wegen Veruntreuung angeklagt

Ein ehemaliger Anwalt in Zypern, gegen den seit 2022 neun Beschwerden wegen angeblicher Veruntreuung von Hunderttausenden von Euro aus Nachlässen Verstorbener vorliegen, setzt seine Tätigkeit fort, ohne sich der Justiz stellen zu müssen. Es wurde kein Fall vor Gericht gebracht.
Laut einem Bericht in der Zeitung «Politis» hat eine Anwaltskanzlei, die Beschwerdeführer vertritt, eine Beschwerde bei der Unabhängigen Behörde zur Bekämpfung der Korruption und der Unabhängigen Behörde zur Untersuchung von Vorwürfen und Beschwerden gegen die Polizei eingereicht und beruft sich dabei auf Behinderung und mögliche Vertuschung aufgrund der «politischen Unterstützung» des Ehemanns des Angeklagten.
In der Beschwerde vom 08.09.2025 wird behauptet, dass der ehemalige Anwalt als Testamentsvollstrecker Zugang zu Vermögenswerten erhält und Gelder veruntreut, während die Begünstigten vergeblich warten.
Trotz der neun Beschwerden wurde kein Fall zur Verhandlung gebracht. Die Anwälte der Beschwerdeführer berufen sich auf eine Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren.
Der ehemalige Anwalt verlor seine Anwaltszulassung im Oktober 2022 nach sechs Disziplinarverurteilungen wegen ähnlicher Vergehen, ist aber weiterhin tätig.