Spiritualität in der Kunst: Vom Tabu zum Trend

Spiritualität, einst ein Tabu, ist in der Kunstwelt zu einem Trend geworden. Zeitgenössische künstlerische Praktiken zeigen eine Rückkehr zum Spirituellen, wobei Künstlerinnen wie Hilma af Klint und Saya Woolfalk eine Vorreiterrolle spielen.
Hilma af Klint (1862–1944), eine Pionierin der Abstraktion, glaubte, von höheren spirituellen Wesen geführt zu werden. Zwischen 1906 und 1915 schuf sie die Serie „Gemälde für den Tempel“, die Geometrie und Symbolik verband. Ihre Werke mit metaphorischer Farbbedeutung blieben jahrelang verborgen.
Saya Woolfalk, eine zeitgenössische Künstlerin, erschafft imaginäre Kulturen mit spirituellem Hintergrund. In ihrer Ausstellung „Empathic Universe“ präsentiert sie die „Empathics“, einen fiktiven Stamm von Frauen mit einem eigenen mythologischen System.
Beide Künstlerinnen versuchen, das Unsichtbare darzustellen, sei es durch spirituelle Offenbarung oder durch Mythenbildung, und betonen die Notwendigkeit, dass Kunst als Tor zu anderen Realitäten fungiert.