Zypern: Rechnungshof kritisiert Schwächen im Aufbauplan

Der Rechnungshof Zyperns hat in einem Bericht Schwächen im ursprünglichen Entwurf des nationalen Aufbau- und Resilienzplans (RRP) festgestellt und diesen als „zu optimistisch“ bezeichnet. Der Rechnungshof (EY) merkt an, dass die Erstellung des Plans nicht auf einem institutionalisierten Rahmen für öffentliche Konsultationen basierte.
Die Behörde weist darauf hin, dass die Auswahl der Investitionsmaßnahmen nicht auf einer Priorisierung aller potenziell förderfähigen Projekte beruhte. Darüber hinaus sei die Anzahl der Maßnahmen und Meilensteine im Verhältnis zur Größe Zyperns unverhältnismäßig hoch, was die Gefahr eines Finanzierungsverlusts berge.
Laut Daten der Monitoring-Plattform der EU-Kommission liegt Zypern bei der Ausschöpfung nicht rückzahlbarer Mittel auf Platz 20 der 27 Mitgliedstaaten.
Rechnungsprüfer Andreas Papaconstantinou betont, dass die Projektauswahl nicht auf einer Gesamtpriorisierung beruhte, die die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft berücksichtigt.
Der EY berichtet, dass die Darlehensfazilität in Höhe von 200,32 Millionen Euro nicht genutzt wurde, obwohl sie günstigere Konditionen aufwies als die Kreditaufnahme auf den Märkten oder bei der Europäischen Investitionsbank. Es wird auch darauf hingewiesen, dass nicht alle potenziellen Risiken berücksichtigt wurden, die die Umsetzung von Projekten behindern könnten, wie beispielsweise das Projekt Great Sea Interconnector.
Der EY schlägt vor, dass die Erfahrungen aus der Umsetzung des RRP als Leitfaden für eine bessere Planung künftiger Förderprogramme dienen können.