"Freundlicher Sozialismus": Gemeinsame Nutzung von Abonnements als Reaktion auf die Inflation

Die steigenden Lebenshaltungskosten veranlassen viele Verbraucher, Abonnements für Streaming-Plattformen und andere Dienste gemeinsam zu nutzen, um die Ausgaben für Unterhaltung zu senken. Diese Praxis, die als "freundlicher Sozialismus" bezeichnet wird, umfasst die Erstellung gemeinsamer Konten zwischen Freunden und Bekannten, die sich die Kosten teilen.
Von Telefontarifen über Streaming-Dienste bis hin zu Fitness-Apps suchen Verbraucher nach Möglichkeiten, Geld zu sparen. Viele entscheiden sich dafür, Passwörter zu teilen, an Familientarifen mit Freunden oder sogar Fremden teilzunehmen, wodurch häufig die Nutzungsbedingungen verletzt werden.
Daniel McCarthy, Associate Professor für Marketing an der University of Maryland, weist darauf hin, dass die gemeinsame Nutzung von Konten für Unternehmen eine wirksame Möglichkeit sein kann, Kunden zu gewinnen, da sie als verlängerte kostenlose Testversion fungiert.
Unternehmen wie Netflix und Disney versuchen jedoch, die gemeinsame Nutzung von Passwörtern einzuschränken, da sie ihre Einnahmen aus Abonnements sichern wollen. Dennoch ist die gemeinsame Nutzung von Konten weiterhin eine gängige Praxis, insbesondere bei jungen Menschen, wobei 26 % der Streaming-Nutzer in den USA angeben, dass sie das Passwort einer anderen Person verwenden.
Während Unternehmen versuchen, ihre Einnahmen zu steigern, finden Verbraucher Wege, die Regeln zu umgehen und die finanzielle Belastung durch Abonnements zu verringern. Die gemeinsame Nutzung von Konten ist eine Form des Widerstands gegen steigende Preise und die Monopolisierung von Inhalten.