Michalis Vorkas: Stillstand bei Justizreformen

Der Präsident des gesamtzyprischen Anwaltsverbandes, Michalis Vorkas, stellte einen Stillstand bei den vor zwei Jahren begonnenen Justizreformen fest, was zu Verzögerungen bei den Entwicklungen führt. In einem Interview verwies er auf den Bericht des Rechnungsprüfungsamtes über den Justizdienst und wies auf den Obersten Gerichtshof für die bestehenden Pathologien hin.
Herr Vorkas betonte, dass seit dem Zeitplan für den unabhängigen Gerichtsdienst anderthalb Jahre vergangen seien, und sprach von einem Mangel an öffentlichem Vertrauen in die Justiz aufgrund von Verzögerungen, was zu einem starken Rückgang der Fallregistrierungen geführt habe. Er bemängelte auch mangelnde Koordination für das neue Gericht in Nikosia.
Laut Herrn Vorkas war die Einrichtung des unabhängigen Gerichtsdienstes das Hauptziel des Projekts, das im Februar 2021 begann und Anfang 2023 mit Kofinanzierung durch die Europäische Kommission und den Europarat abgeschlossen wurde. Der entsprechende Gesetzentwurf hätte bis Januar 2024 vorgelegt und verabschiedet werden müssen.
Herr Vorkas verwies auf Modernisierungsvorschläge, die noch ausstehen, wie z. B. die Beschleunigung der erstinstanzlichen Gerichtsbarkeit, die Einführung von Fernanhörungen, technologische Upgrades und die Besetzung des Handelsgerichts und des Seeamtsgerichts.
Darüber hinaus stellte er fest, dass es nach der Reform auf höchster Gerichtsebene und der Umsetzung der neuen Zivilprozessordnung zu einer Verzögerung bei der Umsetzung weiterer Änderungen kommt. Er verwies auch auf den erfolglosen Versuch, im Januar 2024 von ijustice auf ejustice umzusteigen.
Schließlich wies Herr Vorkas auf den Rückgang der Fallregistrierungen von 30.000 bis 40.000 pro Jahr auf nur noch 5.000 auf der ganzen Insel hin, was den Mangel an öffentlichem Vertrauen in die Effektivität des Justizsystems demonstriert.