Die Erinnerung an Vertreibung: Von Erfahrung zu Erzählung

Ein Artikel von X. Γιαννάκου aus dem Jahr 1993 analysiert die Entwicklung der Erinnerung an die Vertreibung seit 1974. Heute, 52 Jahre nach der Vertreibung, ist eine Verschiebung in der sozialen Wahrnehmung zu beobachten.
Die 19-Jährigen von 1974, die die Vertreibung erlebt haben, werden heute von einigen als 'alt' angesehen, während die jüngere Generation keine so enge Beziehung zu dem Ereignis hat. Der Autor betont, dass sich die Erinnerung von Erfahrung zu Erzählung wandelt.
Im Jahr 1993 waren Γιαννάκου's Worte sofort verständlich und aufgeladen. Heute mag es für manche Ohren altmodisch klingen, da die Worte 'Dörfer', 'Häuser', 'Rückkehr' nicht die gleichen Emotionen hervorrufen.
Dies bedeutet nicht Vergessenheit, sondern eine Transformation der Erinnerung. Die Tragödie verändert ihre Gestalt, und wenn sie nicht erneuert wird, läuft sie Gefahr, als überholt wahrgenommen zu werden. Der Kontrast zwischen 1993 und heute ist sozial: Damals war die Erinnerung ein Gemeinplatz, heute ist sie ein Feld der Verhandlung.
Die Frage ist, wie ein Trauma von der Generation, die es erlebt hat, an die Generation weitergegeben wird, die es geerbt hat, ohne entkräftet zu werden. Die Gefahr besteht darin, dass die Erinnerung ohne Reflexion ihr Gewicht verliert, was zu einem Verlust an Bedeutung führt.