Indien: Historisches Urteil erkennt Transfrauen als Frauen an

Ein Gericht in Indien hat ein historisches Urteil gefällt, das Transfrauen als Frauen anerkennt und ihnen ein legales Recht auf Anerkennung zuspricht. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Andhra Pradesh wies Behauptungen zurück, die Weiblichkeit mit der Fähigkeit, Kinder zu bekommen, in Verbindung bringen.
Richterin Venkata Jyothirmai Pratapa urteilte, dass die Definition einer Frau auf der Grundlage einer Schwangerschaft rechtlich unbegründet und im Widerspruch zur indischen Verfassung stehe. Die Entscheidung zitierte ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2014, das die Rechte von Personen des 'dritten Geschlechts' anerkannte. Der Fall kam 2022 vor Gericht, nachdem die Transfrau Pokala Shabana Schutz vor Missbrauch durch ihre Verwandten suchte.
Richterin Pratapa betonte, dass die Artikel 14, 15 und 21 der Verfassung, die Schutz vor Diskriminierung sowie das Recht auf Leben und persönliche Freiheit garantieren, Vorrang haben. Die Trans-Aktivistin Kalki Subramaniam äußerte Erleichterung und Freude über das Urteil.
Die indische Regierung steht unter dem Druck, Gesetze in Bezug auf LGBTQI+-Rechte zu modernisieren, da die gleichgeschlechtliche Ehe weiterhin illegal ist.