Situationships: Haben Algorithmen die Romantik getötet?

Der amerikanische Autor Matthew Gasda analysiert die Entwicklung romantischer Beziehungen und argumentiert, dass sie sich aufgrund von Algorithmen und Dating-Apps in eine Art Markt verwandelt haben.
Laut Gasda markierte die Zeit von 1965 bis 2012 eine bedeutende Veränderung in der amerikanischen Romantik, aber nach 2010 begannen Algorithmen eine entscheidende Rolle zu spielen und unsere Entscheidungen auf eine Weise zu beeinflussen, die an vormoderne Regeln erinnert.
Gasda weist darauf hin, dass Dating-Apps Elo-Werte, Follower-Zahlen und Filter verwenden, um Attraktivität und soziale Anziehungskraft zu messen und die Art und Weise zu regulieren, wie wir denken und fühlen.
Er erwähnt auch, dass der Film „Blue Valentine“ (2010) eine Verschiebung markiert, bei der die freie romantische Wahl zwischen sozialen Klassen zu einer Tragödie führt. In der heutigen Zeit geht es in der Romantik weniger um Liebe als um sozialen Status und Erfolg.
Gasda argumentiert, dass die Ökonomie der „Situationships“ eine Rückkehr zu einem kastenähnlichen System ist, in dem die Wahlfreiheit eingeschränkt ist und die Realität düster deterministisch ist.
Schließlich stellt er fest, dass die Liberalisierung der Wirtschaft und der Romantik zu einem Gefühl der Unterwerfung unter Algorithmen und soziale Logik geführt hat, wodurch die Fantasie verloren geht, einen Partner außerhalb der Wirtschaftsklassen zu finden.