Analyse: Risiken von Angriffen auf iranische Atomanlagen

Laut Dr. Theodoros Christoudias, außerordentlicher Professor am Zentrum für Klima- und Atmosphärenforschung des Cyprus Institute, bergen Angriffe Israels und der USA auf iranische Atomanlagen begrenzte Risiken einer atmosphärischen Verschmutzung. Dr. Christoudias teilte CNA mit, dass außerhalb der Zielorte keine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt zu erwarten seien.
Angriffe auf Anlagen in den frühen Phasen des Kernbrennstoffkreislaufs bergen in erster Linie chemische Risiken. In Anreicherungsanlagen ist Uranhexafluorid (UF6) das Hauptproblem, da seine Wechselwirkung mit Wasserdampf schädliche Chemikalien erzeugt.
Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) wurde von den iranischen Aufsichtsbehörden darüber informiert, dass außerhalb der Anlagen kein Anstieg der Strahlungswerte festgestellt wurde, selbst nach den jüngsten Angriffen auf drei iranische Atomanlagen, darunter die Urananreicherungsanlage in Fordow.
Im Falle eines Angriffs auf das Kernkraftwerk Buschehr gäbe es ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Freisetzung radioaktiver Elemente in die Atmosphäre oder ins Meer, was unmittelbare Folgen für die Golfstaaten und eine mögliche Kontamination der Gewässer des Persischen Golfs hätte. Dr. Christoudias wies darauf hin, dass das Zentrum für Klima- und Atmosphärenforschung des Cyprus Institute die Risiken einer Kontamination durch Unfälle in Kernkraftwerken bewertet.
Die IAEA berichtete über Schäden an Anlagen in Natanz, Isfahan und Fordow. Laut Informationen, die vor den Angriffen vom 13. Juni verifiziert wurden, enthielten die drei Standorte mit unterschiedlichen Graden angereichertes Uran, was zu radioaktiver und chemischer Kontamination führen kann. Die Ausbreitung des Materials hängt von den meteorologischen Bedingungen ab.
Die IAEA spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung auf und der Reaktion auf nukleare Katastrophen und ist bereit, auf jeden nuklearen oder radiologischen Notfall zu reagieren.