Sizilien: Wut und Verzweiflung in Niscemi nach Erdrutsch

Wut und Verzweiflung sind in Niscemi, Sizilien, spürbar, nachdem der ausgedehnte Erdrutsch die Stadt am 25. Januar heimgesucht hat. Dutzende Häuser stehen kurz vor dem Einsturz, während Teile der Straße weiter absacken.
Mehr als 1.600 Einwohner wurden aus ihren Häusern evakuiert. Der Erdrutsch, der durch sintflutartige Regenfälle und den Zyklon Harry ausgelöst wurde, hat Teile der Stadt abgeschnitten und erstreckt sich über vier Kilometer.
Salvatrice Disca (70), eine Anwohnerin, beschrieb die Situation und sagte, sie seien gezwungen gewesen, innerhalb weniger Minuten alles aufzugeben. Viele werden in Häusern von Verwandten untergebracht, während andere in provisorischen Unterkünften unterkommen.
Die Staatsanwaltschaft von Gela hat eine Untersuchung wegen möglicher Fahrlässigkeit eingeleitet, die zu der Katastrophe geführt hat. Experten weisen darauf hin, dass der Erdrutsch eine Folge der Klimakrise und unkontrollierter Bautätigkeit ist.
Benedetta Ragusa (41), eine Pizzeria-Besitzerin in der Gegend, sagte, sie habe alles verloren, da sie gezwungen war, ihr Geschäft zu evakuieren.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in der Gegend in den Jahren 1790 und 1997. Trotz dieser Geschichte wurden in dem Gebiet ab den 1950er Jahren viele Häuser gebaut.
Christian Mulder, Professor für Ökologie und Klimakrise, sagte, dass schlechte Entscheidungen und unkontrollierte Urbanisierung zu der Katastrophe geführt hätten.