Herzschrittmacher: Was Sie über Funktion und Leben damit wissen müssen

Ein Herzschrittmacher ist ein weit verbreitetes medizinisches Gerät. Ungefähr 3 Millionen Patienten weltweit leben mit einem Herzschrittmacher, und jährlich werden rund 600.000 Implantationen durchgeführt.
Die Herzschrittmachertechnologie hat sich in den letzten 60 Jahren erheblich weiterentwickelt. Moderne Geräte ermöglichen es Patienten, mit minimalen Einschränkungen zu leben, und einige Patienten absolvieren sogar Marathons.
Der Herzschrittmacher erfasst die elektrische Aktivität des Herzens und gibt bei Bedarf elektrische Impulse ab, wodurch die Herzfrequenz reguliert wird, um Bradykardie zu verhindern. Er besteht aus einem Kasten, der subkutan in die Brust eingesetzt wird und einen kleinen Computer, eine Batterie (mit einer Lebensdauer von 8-10 Jahren) und Anschlüsse für die Elektroden enthält. Die Elektroden werden durch die zentralen Venen in den Vorhof und die Kammer des Herzens eingeführt.
Die Hauptanwendung eines Herzschrittmachers ist die Behandlung pathologischer Bradykardien, die von einem Kardiologen mit einem EKG und einer klinischen Untersuchung diagnostiziert werden. Symptome einer Bradykardie sind Ohnmacht, schnelle Ermüdung und Kurzatmigkeit. Die häufigsten Diagnosen sind AV-Block und Sick-Sinus-Syndrom.
Herzschrittmacher-Implantationen werden im Herzkatheterlabor unter örtlicher Betäubung und fluoroskopischer Kontrolle durchgeführt. Nach dem Eingriff bleibt der Patient über Nacht im Krankenhaus. Postoperativ gibt es für 4 Wochen Einschränkungen hinsichtlich der Benutzung des linken Arms und des Autofahrens.
Dank technologischer Fortschritte hat sich die Lebensqualität der Patienten verbessert. Die Verwendung elektronischer Geräte und sportliche Betätigung sind erlaubt. In den letzten Jahren wurden kabellose Herzschrittmacher und subkutane Defibrillatoren entwickelt, die den Patienten zusätzliche Optionen bieten.