Die politische Dimension der analytischen Philosophie

Ein neues Buch mit dem Titel A Social History of Analytic Philosophy von Christoph Surringa untersucht die Beziehung zwischen analytischer Philosophie und politischer Ideologie.
Das Buch argumentiert, dass die Dominanz der analytischen Philosophie, insbesondere im englischsprachigen Raum, weitgehend auf soziale und politische Faktoren zurückzuführen ist, wie beispielsweise den Antikommunismus während der McCarthy-Ära in den USA.
Surringa analysiert die historische Entwicklung der analytischen Philosophie von ihren Anfängen mit Russell und Moore bis zum Wiener Kreis und dem Einfluss des Zweiten Weltkriegs. Er weist darauf hin, dass es zwar anfänglich Denker mit antikapitalistischen Positionen gab, die Nachkriegshegemonie der analytischen Philosophie jedoch mit dem Liberalismus und der Akzeptanz des Kapitalismus als unüberwindbarer Horizont verbunden war.
Das Buch legt nahe, dass die analytische Philosophie, obwohl sie versucht, ahistorisch und unpolitisch zu erscheinen, tatsächlich eine Ideologie reproduziert, die der kapitalistischen Ordnung dient.