Soziale Medien: 'Verbotene' Wörter und algorithmische Zensur

In der Welt der sozialen Medien kursieren Gerüchte über eine geheime Liste 'verbotener Wörter', die von Algorithmen bestraft werden, was zur Entstehung des Phänomens Algospeak führt, bei dem Benutzer eine verschlüsselte Sprache verwenden, um Zensur zu vermeiden.
Plattformen wie YouTube, Meta und TikTok versichern, dass es keine solche Liste gibt und dass die Beurteilung auf Kontext und Absicht basiert. Content-Ersteller wie Alex Perlman beobachten jedoch Muster, die etwas anderes vermuten lassen.
Perlman berichtet, dass er auf TikTok die Erwähnung von YouTube vermeidet, da die Reichweite seiner Videos abnimmt. Er erwähnt auch Probleme mit Videos über Jeffrey Epstein, die ohne klare Erklärung entfernt wurden.
Die Plattformen erklären, dass Algorithmen darauf abzielen, Inhalte anzuzeigen, die den Nutzer interessieren, während Community-Regeln sich auf Hassreden, Gewalt und Fehlinformationen beziehen. Dennoch wurden Interventionen hinter den Kulissen aufgedeckt, wie z. B. Anweisungen, Inhalte von bestimmten Nutzern zu 'verwischen' und pro-palästinensische Inhalte herabzustufen.
Benutzer greifen auf 'algorithmische Fantasie' zurück und erstellen Mythen darüber, wie Algorithmen funktionieren. Ein typisches Beispiel ist die Verwendung des Wortes 'Festival' für Demonstrationen gegen ICE.
Unternehmen bestreiten die Existenz einer Liste verbotener Wörter, aber Content-Ersteller berichten von Bestrafungsmustern. Plattformen filtern Inhalte, die sie als gefährlich erachten, was zu Selbstzensur und einem eigentümlichen digitalen Puritanismus führt.