Venedig bewertet Touristen-Eintrittsgebühr und Übertourismus

Venedig hat die zweite Testphase seines täglichen Eintrittsgebührensystems abgeschlossen, das darauf abzielt, den Übertourismus einzudämmen. Die Maßnahme generierte höhere Einnahmen, wirft aber Bedenken hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und des Risikos auf, die Stadt in ein „Disneyland“ zu verwandeln.
Vor der Pandemie empfing Venedig täglich bis zu 60.000 Touristen, mit einer jährlichen Zahl von 30 Millionen. Im Jahr 2024 wurde erstmals eine Sondergebühr von 5 Euro für Tagesausflügler erhoben. In diesem Jahr wurde die Gebühr an 54 Tagen erhoben, was Einnahmen von 5,4 Millionen Euro und 2.500 Bußgelder für Touristen ohne Ticket generierte.
Befürworter der Maßnahme sehen sie als symbolische Botschaft zum Schutz des fragilen Venedigs, während die Einnahmen in die Instandhaltung der Infrastruktur und die Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner reinvestiert werden. Kritiker argumentieren jedoch, dass die Gebühr das Problem des Übertourismus aufgrund der vielen Ausnahmen und des Fehlens einer Besucherobergrenze nicht löst, und äußern Befürchtungen, Venedig in einen touristischen Themenpark zu verwandeln.