Frankreich und Russland: Nuklearbrennstoffproduktion in Deutschland trotz Krieg

Trotz des Krieges in der Ukraine plant Frankreich, mit Hilfe eines russischen Unternehmens in Deutschland Kernbrennstoff herzustellen, so Politico. Das französisch-russische Konsortium wird in Lingen, Deutschland, Kernbrennstäbe und andere Komponenten herstellen.
Framatome, eine Tochtergesellschaft des französischen Staatsenergiekonzerns EDF, wird die Anlage betreiben und dabei russische Komponenten von TVEL verwenden, einem Teil des vom Kreml kontrollierten Nuklearkonzerns Rosatom. TVEL wird die in Russland hergestellten Komponenten liefern, ohne sich direkt am Betrieb der Anlage zu beteiligen.
Der Vorschlag hat noch kein grünes Licht aus Berlin erhalten, da die deutschen Behörden Sicherheitsrisiken und die Möglichkeit russischer Spionage befürchten. Christian Meyer, Umweltminister von Niedersachsen, erinnert daran, dass Deutschland einst Gazprom den Zugang zu kritischer Energieinfrastruktur gestattete, was es anfällig für Erpressung machte.
Die Zusammenarbeit zwischen Framatome und Rosatom begann im Jahr 2021. Framatome beantragte den Bau des Werks in Lingen im März 2022, wenige Tage nach Beginn des Krieges in der Ukraine. Das Unternehmen behauptet, dass dieser Schritt die Abhängigkeit von Russland verringern wird.
Die Kommission hat einen Plan zur schrittweisen Abschaffung russischer Energie und unterstützt finanziell die Entwicklung alternativer Kraftstoffe. Framatome hat einen Zuschuss von 10 Millionen Euro von der EU erhalten.