Frankreich: Neues Gesetz zur Rückgabe von Artefakten aus der Kolonialzeit

Frankreich unternimmt einen entscheidenderen Schritt zur Rückgabe des afrikanischen Kulturerbes mit einem neuen Gesetz, das den Prozess der Rückgabe von Artefakten aus der Kolonialzeit vereinfacht. Kulturministerin Rachida Dati stellte den Gesetzentwurf vor, der die Aufhebung der Geheimhaltung von Objekten ermöglicht, die mit Gewalt oder ohne rechtliche Zustimmung entfernt wurden, sofern ein offizieller Antrag eines Staates vorliegt und die Erhaltung und öffentliche Ausstellung gewährleistet sind.
Das Gesetz deckt den Zeitraum von 1815 bis 1972 ab, und jeder Fall wird von einem bilateralen wissenschaftlichen Ausschuss bewertet, wobei die endgültige Entscheidung dem Conseil d'État obliegt. Länder wie Elfenbeinküste, Algerien, Mali, Benin, Madagaskar und Äthiopien haben bereits Interesse bekundet.
Der neue Rahmen soll den Rückführungsprozess vereinfachen, der bisher für jeden Fall die Verabschiedung eines separaten Gesetzes erforderte. Das politische Klima bleibt jedoch schwierig, da die koloniale Vergangenheit ein Tabuthema bleibt und rechtsextreme Stimmen lauter werden.
Es wird erwartet, dass das Gesetz im September den Senat passiert.