Deutschland: Aufrüstung und nukleare Abschreckung

Die Koalitionsregierung in Deutschland unter Friedrich Merz verfolgt die rasche Aufrüstung des Landes und reagiert damit auf die internationalen Entwicklungen und den Krieg in der Ukraine. Nach der Aussetzung der Schuldenbremse werden erhebliche Mittel zur Stärkung der Streitkräfte bereitgestellt.
Bundeskanzler Merz verwendet die Formulierung „Was auch immer nötig ist“, um die Notwendigkeit der deutschen Verteidigung zu betonen. Der Bundestag hat die Aussetzung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben über 1 % des BIP beschlossen und einen Sonderfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro eingerichtet.
Der Haushalt des deutschen Verteidigungsministeriums für 2026 wird voraussichtlich auf rund 82,7 Milliarden Euro steigen. Zusammen mit den Ausgaben aus dem ersten Sondervermögen werden den Streitkräften mehr als 108 Milliarden Euro zur Verfügung stehen.
Deutschland ist weiterhin Teil des Atomwaffensperrvertrags und verpflichtet sich, kein eigenes Atomwaffenarsenal zu erwerben. Es ist auf den nuklearen Schutzschirm der USA angewiesen, wobei amerikanische Atomwaffen in Büchel stationiert sind.
Innerhalb der Christlichen Union wird die Idee eines europäischen nuklearen Schutzschirms unter deutscher Beteiligung diskutiert. Boris Rhein und Jens Spahn haben die Notwendigkeit einer solchen Initiative zum Ausdruck gebracht und damit Reaktionen von Sozialdemokraten und der Opposition hervorgerufen.
Bundeskanzler Merz strebt an, dass Deutschland die größte konventionelle Armee Europas hat, und erwägt die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Verteidigungsminister Boris Pistorius bereitet ein gemischtes Einberufungsmodell vor.