Polen: Rechtsextreme „Grenzverteidiger“ und Einwanderung

Inmitten eskalierender Spannungen an der polnisch-deutschen Grenze ergreifen rechtsextreme Milizen Maßnahmen gegen die Einwanderung, mit systemischer Toleranz.
Fast 20 Monate nach der Machtübernahme steht die proeuropäische Koalition von Donald Tusk vor politischen Herausforderungen. Viele Ankündigungen scheitern am Veto des scheidenden Präsidenten Andrzej Duda, während mit dem neuen Präsidenten Karol Nawrocki weitere Schwierigkeiten erwartet werden.
Die Regierung neigt sich nach rechts, was zu Erschütterungen in der Vier-Parteien-Koalition führt. Warschau droht eine politische „Lähmung“ und verliert die Möglichkeit, seine Rolle in der EU aufzuwerten.
Es entwickelt sich eine starke Anti-Einwanderungsbewegung, die sich sogar gegen ukrainische Flüchtlinge richtet. Rechtsextreme Milizen wie die „Bürgerwehren“ sind an der Grenze aktiv und verhaften Ausländer.
Seit dem 7. Juli, mit der Einführung von Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Litauen, organisieren Milizen Patrouillen und behaupten, staatliche „Lücken“ zu schließen. Dazu gehören die „Nationalgarde“ und die „Patrioten gegen die Islamisierung Europas“.
Die „Grenzverteidigungsbewegung-ROG“, die mit ultranationalistischen Netzwerken verbunden ist, wurde von Robert Bakiewicz gegründet, der von Präsident Duda begnadigt wurde.
Während die Staatsanwaltschaft Fälle von Selbstjustiz untersucht, werden die Aktionen der Miliz von PiS und der extremen Rechten unterstützt. Duda drückte ROG seine Dankbarkeit aus, während Nawrocki positive Kommentare abgab.
Die Tusk-Regierung hat harte Maßnahmen in der Einwanderungspolitik ergriffen und erwägt eine Verlängerung der Grenzkontrollen.