Anleihemärkte unter Druck durch steigende Ölpreise

Die internationalen Anleihemärkte stehen unter erheblichem Druck, da steigende Ölpreise die Sorge vor Inflation und einem sich verlangsamenden Wirtschaftswachstum verstärken.
Im asiatischen Handel stiegen die Renditen von Staatsanleihen sprunghaft an, was die wachsende Nervosität der Anleger hinsichtlich der Weltwirtschaft widerspiegelt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg um mehr als sieben Basispunkte und verzeichnete damit den größten Tagesanstieg seit Januar. Ähnlicher Druck wurde auch auf anderen Staatsanleihemärkten beobachtet.
In Australien erreichte die Rendite der dreijährigen Staatsanleihe, die als besonders empfindlich gegenüber geldpolitischen Entscheidungen gilt, den höchsten Stand seit 2011. Deutsche Anleihe-Futures fielen nahe an ein 15-Jahres-Tief.
Bloomberg berichtet, dass der Ausverkauf von Anleihen mit den Ölpreisen zusammenhängt, die sich 120 Dollar pro Barrel nähern. Seit Beginn des Krieges mit dem Iran hat sich Rohöl aufgrund von Störungen beim Energietransport aus dem Nahen Osten um fast 80 % verteuert.
Der anhaltende Anstieg der Energiepreise erhöht das Risiko, dass die Zentralbanken eine restriktive Geldpolitik beibehalten, was die Angst vor Stagflation verstärkt.