Amnesty International: Angriff auf das Evin-Gefängnis war ein Kriegsverbrechen

Amnesty International fordert eine Untersuchung eines möglichen "Kriegsverbrechens" nach israelischen Luftangriffen auf das Evin-Gefängnis in Teheran. Die Organisation betont, dass die Luftangriffe eine schwere Verletzung des Völkerrechts darstellen.
Laut einer Erklärung von Amnesty International haben israelische Streitkräfte mehrere Angriffe auf das Gefängnis durchgeführt, die zu Todesfällen, Verletzungen und erheblichen Schäden geführt haben. Der Bericht basiert auf verifizierten Videos, Satellitenfotos und Zeugenaussagen.
Amnesty International betont, dass ein Gefängnis als zivile Infrastruktur gilt und es keine Beweise dafür gibt, dass das Evin-Gefängnis ein legitimes militärisches Ziel war. Israel startete am 13. Juni Luftangriffe auf den Iran, um nach Angaben der israelischen Regierung Teheran daran zu hindern, Atomwaffen zu erwerben.
Am 23. Juni forderte ein Bombenanschlag auf das Evin-Gefängnis mindestens 79 Todesopfer. Schätzungsweise befanden sich während des Angriffs 1.500 bis 2.000 Menschen in dem Gefängnis. Im Evin-Gefängnis werden häufig Dissidenten, Ausländer und Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft festgehalten.
Unter den Inhaftierten befand sich ein französisches Paar, Cécile Kohler und Jacques Paris, die seit Mai 2022 im Iran inhaftiert sind. Sie wurden in ein anderes Gefängnis verlegt und müssen sich wegen Anklagen verantworten, die mit der Todesstrafe geahndet werden.
Europäische Regierungen bezeichnen ihre im Iran verhafteten Bürger als "staatliche Geiseln".
Quelle: ΑΠΕ-ΜΠΕ-AFP