EU: 'Jahrhundert der Demütigung' und Trumps Erpressung – Analyse

Die Europäische Union befindet sich laut Politico an einem kritischen Scheideweg und steht vor Herausforderungen und geopolitischer Erpressung, die an die Bedingungen erinnern, die China nach dem Opiumkrieg auferlegt wurden.
Das Handelsabkommen mit den USA, das Zölle von 15 % auf die meisten europäischen Produkte beinhaltet, wird von vielen als 'Akt der Unterwerfung' und als 'politische Niederlage' für die EU angesehen.
Donald Trump nutzt die amerikanische militärische und technologische Überlegenheit aus, um Europa Handelskonditionen aufzuzwingen. Das jüngste Treffen zwischen Ursula von der Leyen und Trump in Schottland zur Finalisierung des Handelsabkommens wurde als Wendepunkt angesehen.
Trump drohte mit neuen Zöllen und verwies auf europäische Vorschriften im digitalen Markt und warnte vor einem Stopp der Mikrochip-Exporte nach Europa.
Analysten warnen, dass die Erpressung erst begonnen hat, da die Mehrdeutigkeit des Abkommens Raum für neue amerikanische Forderungen lässt. Trump hat mit Zöllen von 35 % gedroht, falls die EU nicht 600 Milliarden Dollar in die amerikanische Wirtschaft investiert.
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič räumt ein, dass das Abkommen die strategische Schwäche Europas widerspiegelt. Thorsten Benner betont das Versäumnis der EU, in Verteidigung und Technologie zu investieren.
Figuren wie Mario Draghi warnen, dass Europa in einer Welt, in der der Handel von Geopolitik und Sicherheit bestimmt wird, unvorbereitet ist.
Um zu verhindern, dass sich die Demütigung verfestigt, muss die EU ihre Abhängigkeit von den USA durch Marktintegration, Verteidigungsinvestitionen und Diversifizierung der Handelspartner verringern.