Deutschland: Festnahmen wegen Russland-Sanktionsverstoßes

In Deutschland wurden fünf Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, gegen die nach Beginn des Krieges in der Ukraine gegen Russland verhängten Sanktionen verstoßen zu haben.
Die Festgenommenen sollen über ein Netzwerk von Scheinfirmen Ausrüstung zur Herstellung von Waffen an russische Unternehmen exportiert haben.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft haben die Verdächtigen Lieferungen von mechanischer und technischer Ausrüstung von Lübeck in Schleswig-Holstein nach Russland verschleiert. Die deutschen Behörden vermuten die Beteiligung russischer Geheimdienste.
Unter den Festgenommenen befindet sich Nikita S., Inhaber der russischen und deutschen Staatsbürgerschaft, der vermutlich das Unternehmen in Lübeck leitet.
Polizei, Zollbehörden und der Bundesnachrichtendienst (BND) führten Durchsuchungen an verschiedenen Orten durch, darunter Immobilien in Mecklenburg-Vorpommern, Frankfurt, Schleswig-Holstein und Nürnberg.
In den rund 75 untersuchten Fällen handelt es sich bei einigen der Empfänger um Waffenherstellungsunternehmen. Die Polizei schätzt, dass rund 16.000 Verstöße gegen Embargobestimmungen begangen wurden.