New START-Vertrag ausgelaufen: USA und Russland ohne nukleare Beschränkungen

Der New START-Vertrag ist am Donnerstag ausgelaufen, wodurch die USA und Russland zum ersten Mal seit dem Kalten Krieg ohne Mechanismen zur Kontrolle ihrer Atomwaffenarsenale dastehen. Diese Entwicklung birgt neue Herausforderungen für die internationale Sicherheit.
Das Abkommen, das 2010 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama und seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew unterzeichnet wurde, begrenzte beide Länder auf 1.550 stationierte strategische Atomsprengköpfe. Washington warf Moskau vor, die Vertragsbedingungen zu verletzen, während die Regierung von Donald Trump dem Auslaufen des Vertrags gleichgültig gegenüberstand.
Dmitri Medwedew warnte vor einer Beschleunigung der „Weltuntergangsuhr“, während der Kreml seine Besorgnis über die fehlende Reaktion der USA auf den Vorschlag zur Verlängerung des Vertrags zum Ausdruck brachte. UN-Generalsekretär António Guterres forderte beide Länder auf, Verhandlungen über ein neues Abkommen aufzunehmen.
Die USA zogen sich 2019 aus dem Vertrag über nukleare Mittelstreckenwaffen (INF-Vertrag) zurück, den sie 1987 mit Russland unterzeichnet hatten.