Türkei: Historische erste Sitzung zur Kurdenfrage

Die erste Sitzung des parteiübergreifenden parlamentarischen Ausschusses in der Türkei fand statt, mit dem Ziel, Gesetzesreformen zur Lösung der Kurdenfrage voranzutreiben. Der Ausschuss wurde gebildet, nachdem die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) beschlossen hatte, die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen.
Trotz der allgemeinen Übereinstimmung, die 41-jährige bewaffnete Aktion der PKK zu beenden, äußerten die Ausschussmitglieder widersprüchliche Ansichten. Uneinigkeit besteht weiterhin sogar über den Namen des Ausschusses, wobei die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und die Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) einen Namen vorschlagen, der die "nationale Einheit" und eine "Türkei ohne Terrorismus" betonen würde. Die pro-kurdische Partei für Gleichheit und Demokratie der Völker (DEM) wünscht sich einen Hinweis auf den Aufbau einer "demokratischen Gesellschaft" und "Frieden", während die Republikanische Volkspartei (CHP) tiefgreifendere demokratische Reformen fordert.
Der Ausschuss umfasst 51 Parlamentsabgeordnete aller Parteien, mit Ausnahme der Guten Partei (İYİ). Der Sprecher der Großen Nationalversammlung der Türkei, Numan Kurtulmuş, erklärte, dass dieser Prozess die gemeinsame Zukunft von Türken und Kurden betrifft und dass der Ausschuss als beratendes Verhandlungsgremium fungieren wird.
Die PKK hatte im Mai beschlossen, sich aufzulösen, nachdem ihr Anführer Abdullah Öcalan einen Aufruf zur Entwaffnung aus dem Gefängnis heraus gestartet hatte.