Chile: Wahlsieg der extremen Rechten weckt Erinnerungen an Pinochet-Diktatur

Die Wahl des rechtsaussen Kandidaten José Antonio Kast zum Präsidenten Chiles lässt Erinnerungen an die Diktatur von Augusto Pinochet (1973-1990) wieder aufleben. Opfer der Diktatur äussern Ängste über die Zukunft und die mögliche Begnadigung von Personen, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurden.
Alicia Lira, deren Partner 1986 vom Militär ermordet wurde, erklärte, dass Kasts Sieg ihr das Gefühl gebe, "machtlos" zu sein. Kast hat angekündigt, einen Gesetzentwurf zur Begnadigung ehemaliger Angehöriger des Militärs und der Sicherheitsdienste zu unterstützen, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit festgehalten werden.
Gabi Rivera, die seit 1975 nach ihrem verschwundenen Vater sucht, äusserte sich besorgt über die mögliche Begnadigung von Tätern von Menschenrechtsverletzungen. Politische Analysten glauben, dass Kasts Wahl trotz seiner Unterstützung für Pinochet zustande kam.
Es werden Befürchtungen über mögliche Budgetkürzungen für das Museum der Erinnerung und andere Institutionen geäussert, die Menschenrechte verteidigen. Die Direktorin des Museums, María Fernanda García, betonte, dass die Geschichte Chiles nicht ausgelöscht werden kann.