IAEA: Iran könnte Urananreicherung innerhalb von Monaten wiederaufnehmen

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, erklärte, dass der Iran die technischen Fähigkeiten besitzt, die Urananreicherung innerhalb von „einigen Monaten“ wiederaufzunehmen. Die Aussage erfolgte in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CBS.
Eine Woche nach den amerikanischen Bombenangriffen auf iranische Nuklearanlagen in Fordow, Natanz und Isfahan bleiben Fragen zum Ausmaß der Schäden offen. Donald Trump behauptet, dass das iranische Atomprogramm um „Jahrzehnte“ zurückgeworfen wurde.
Herr Grossi erwähnte, dass es „einige Monate“ dauern könnte, bis die Zentrifugen zur Herstellung von angereichertem Uran wieder in Betrieb sind. Es bestehen auch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Lagerbestände an auf 60 % angereichertem Uran.
Donald Trump versicherte, dass die iranischen Lagerbestände an angereichertem Uran vor den Bombenangriffen nicht verlagert wurden. IAEA-Inspektoren haben jedoch seit dem 10. Juni keinen Zugang mehr zu den Lagerbeständen.
Der Wächterrat im Iran hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Beendigung der Zusammenarbeit mit der IAEA vorsieht. Herr Grossi wies darauf hin, dass ein internationales Übereinkommen übergeordnete Rechtskraft hat.
Die iranische Diplomatie wirft der IAEA vor, am 12. Juni eine Resolution verabschiedet zu haben, in der der Iran für die Nichterfüllung seiner Verpflichtungen kritisiert wurde. Teheran glaubt, dass diese Entscheidung als Rechtfertigung für den Angriff auf Nuklearanlagen diente.
Herr Grossi wies die Behauptung zurück, dass eine IAEA-Resolution die Ursache des bewaffneten Konflikts gewesen sei.