Gaza: Wassermangel verschärft humanitäre Krise

Laut humanitären Organisationen verschärft sich die Wasserkrise in Gaza zusammen mit der Nahrungsmittelkrise. Nach 22 Monaten israelischer Militärkampagne sind die Bewohner mit einer schweren Wasserknappheit konfrontiert, die sie zwingt, lange Strecken zurückzulegen, um Trinkwasser zu finden.
Viele Wasserquellen sind mit Abwasser und Chemikalien verseucht, was zu Durchfall und Hepatitis führt. COGAT, die israelische Militärbehörde, berichtet, dass sie Wasserleitungen nach Gaza verwaltet, was palästinensische Beamte jedoch bestreiten. Die Wasserinfrastruktur wurde schwer beschädigt, und Pumpen werden aufgrund von Treibstoffmangel mit Generatoren betrieben.
Der 23-jährige Moaz Muhaymar ist gezwungen, stundenlang in der Schlange zu stehen, um Wasser für seine Familie zu sichern. Die Vereinten Nationen legen den Mindestwasserverbrauch auf 15 Liter pro Tag fest, während der durchschnittliche Verbrauch in Gaza 3-5 Liter beträgt. Durch Wasser übertragene Krankheiten nehmen rapide zu. Oxfam betont die Notwendigkeit eines Waffenstillstands und eines ungehinderten Zugangs für Hilfsdienste.
Danis Malis vom Norwegischen Flüchtlingsrat weist darauf hin, dass die Menschen das Wasser sorgfältig für Trinkwasser und Hygiene rationieren. Kinder übernehmen oft das Wassersammeln. Eine neue Pipeline, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert wird, befindet sich im Bau. James Elder von UNICEF betont, dass Hunger und Dehydration direkte Folgen des Konflikts sind.