Gaza: AP widerspricht Netanjahu wegen Krankenhausangriffs

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hat die Behauptungen des israelischen Militärs bezüglich der Angriffe auf das Nasser-Krankenhaus im südlichen Gazastreifen in Frage gestellt, bei denen fünf palästinensische Journalisten, darunter ein AP-Mitarbeiter, getötet wurden.
Laut AP wurden am 25. August 22 Menschen durch Luftangriffe auf ein Gebäude im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis getötet. Das israelische Militär behauptete, es habe eine Bedrohung beseitigen wollen, da eine Hamas-Kamera die Truppenbewegungen überwachte.
Die AP erklärt jedoch, dass ihre Untersuchung der Darstellung des Militärs widerspricht. Sie weist darauf hin, dass das Dach des Gebäudes üblicherweise von Journalisten für Live-Übertragungen genutzt wird. Augenzeugen berichteten, dass etwa 40 Minuten vor dem Angriff Drohnen über das Gebiet flogen.
Ein israelischer Militärbeamter behauptete, die Kamera sei als verdächtig eingestuft worden, weil sie mit einem Handtuch bedeckt war. In Wirklichkeit handelte es sich um den Journalisten Hossam al-Masri, einen Reuters-Mitarbeiter, der bei dem Angriff getötet wurde.
Die AP fand keine Beweise für eine weitere Kamera an dem Ort und betont, dass das Abdecken von Kameras mit Tüchern eine gängige Schutzmaßnahme ist. Darüber hinaus stellte die AP fest, dass Israel das Krankenhaus viermal ohne Vorwarnung mit Panzergranaten beschossen hat, was Bedenken hinsichtlich der Praxis des „Double-Taps“ aufwirft.
Mariam Daga, eine freie Fotojournalistin, die mit AP zusammenarbeitete, wurde bei den folgenden Angriffen getötet.