Gaza: Palästinensische Hungersnot in Israel – Eine Wende in den Medien?

Die harten Bilder von hungernden Kindern im Gazastreifen scheinen keinen wesentlichen Einfluss auf die israelische öffentliche Meinung zu haben. Dennoch gibt es einen Haltungswechsel in den israelischen Medien.
Channel 12, die beliebteste Nachrichtensendung des Landes, präsentierte einen seltenen Einblick in das menschliche Leid der letzten Kriegsmonate. Der Bericht konzentrierte sich auf Israels Image auf internationaler Ebene und den Verlust der Kontrolle über die öffentliche Meinung.
Der israelische Journalist David Rosenberg stellt in Foreign Policy fest, dass die Bilder von Kindern, die um Essen kämpfen, und hungernden Säuglingen lauter sprachen als Worte.
Die Medienforscherin Ayala Panievsky beobachtet, dass Bilder von Hungersnot aus Gaza zum ersten Mal im israelischen Fernsehen gezeigt werden.
Es besteht jedoch Skepsis, ob die Medien die öffentliche Meinung beeinflussen werden. Der Bericht von Channel 12 löste Reaktionen aus, wobei die Moderatorin Yonit Levi für ihren Kommentar über moralisches Versagen kritisiert wurde.
Laut einer Umfrage des Israel Democracy Institute (IDI) glauben nur 34,5 % der israelischen Juden, dass die Medien die wahre Situation in Gaza darstellen. Eine IDI-Umfrage ergab, dass etwa 2/3 der jüdischen Bevölkerung sich gegen eine Erhöhung der humanitären Hilfe für Gaza aussprechen.
Rosenberg glaubt, dass nur der internationale Aufschrei die Situation ändern kann, da die israelische Gesellschaft durch den Krieg erschöpft ist.