Türkei: Festnahmen von 158 Militärangehörigen wegen Gülen-Verbindungen

Die türkische Polizei hat 158 Militärangehörige festgenommen, die im Verdacht stehen, Verbindungen zur Organisation von Fethullah Gülen zu haben, den Ankara beschuldigt, den Putschversuch von 2016 inszeniert zu haben. Die Festnahmen erfolgten in 43 der 81 Provinzen der Türkei, darunter Istanbul und Izmir.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu kommen zu diesen Festnahmen etwa 50 weitere hinzu, die Ende Mai erfolgten. Die Staatsanwaltschaft Istanbul gab bekannt, dass weitere 18 Militärangehörige noch gesucht werden.
Fethullah Gülen, der Ende Oktober in den Vereinigten Staaten starb, war einst ein enger Verbündeter von Recep Tayyip Erdoğan, bevor ihre Beziehung zerbrach. Ankara wirft Gülens Anhängern vor, verschiedene türkische Institutionen infiltriert zu haben, um einen „Parallelstaat“ zu schaffen.
Seit dem gescheiterten Putschversuch im Jahr 2016 wurden fast 26.000 Menschen wegen Beteiligung an der Gülen-Bewegung festgenommen, und mehr als 9.000 wurden nach Angaben türkischer Justizbeamter inhaftiert.
Präsident Erdoğan hat geschworen, Gülens Anhänger „bis in die entlegensten Winkel der Welt“ zu verfolgen.