USA: Empörung über Video von Polizeigewalt gegen Afroamerikaner

In den Vereinigten Staaten hat die Veröffentlichung eines Videos, das Polizisten zeigt, wie sie den 22-jährigen Afroamerikaner Will McNeil Jr. bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle in Jacksonville, Florida, angreifen, heftige Reaktionen ausgelöst.
Das von McNeil und seinen Anwälten veröffentlichte Video zeigt, wie der junge Mann von der Polizei angehalten wird, weil seine Rückleuchten defekt sind. Obwohl er anfänglich ruhig ist und einen Vorgesetzten anfordert, schlägt ein Beamter die Autoscheibe ein und greift ihn an. Anschließend ziehen ihn mehrere Beamte heraus und schlagen ihn.
Der Vorfall ereignete sich im Februar, wurde aber am 20. Juli bekannt, als McNeils Anwälte eine Klage einreichten. McNeil erlitt eine Gehirnerschütterung, verlor einen Zahn und erlitt einen vorübergehenden Gedächtnisverlust. Zwei der fünf beteiligten Beamten wurden beurlaubt.
Der offizielle Polizeibericht behauptet, McNeil habe versucht, ein Messer zu greifen, was in dem Video nicht zu sehen ist. Der Sheriff von Jacksonville bezeichnete den Fall als PR-Gag.
Laut *Mapping Police Violence* wurden im Jahr 2024 in den USA 1.365 Todesfälle durch Polizeigewalt registriert, eine Rekordzahl für das letzte Jahrzehnt. Schwarze Menschen werden mit mehr als doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit ins Visier genommen wie weiße Menschen.
Nur 2,6 % der an gewalttätigen Vorfällen beteiligten Polizisten werden strafrechtlich verfolgt, was Empörung über eine 'Kultur der Straflosigkeit' auslöst.